2003 geschah etwas, das mein Leben gravierend veränderte
Die Vergewaltigung durch einen Bekannten.
Der Mann, den ich ca. ein 3/4 Jahr nur oberflächlich kannte, aber damals vertraute, zerstörte innerhalb kurzer Zeit alles das, was mir in meinem Leben wichtig war.
Meine Würde und Freiheit, mein persönliches Selbstbestimmungsrecht, mein Vertrauen, mein Selbstbewusstsein, meine Offenheit,... und das hat tiefe Nachwirkungen, bis heute. In meinen Beziehungen zu allem, ob Frauen oder Männer, Fremde oder Bekannteund Verwandte...
Nachhaltig hat er damit meinen beruflichen Werdegang zerstört. Meine finanzielle Situation hat sich seit dem extrem verschlechtert.
Kein einziges Mal hat er in den vergangenen Jahren sein Verhalten als eine Straftat gesehen! Meine letzten Worte vor seiner Tat waren eine Antwort auf seine Anspielung:
"Wann hast du denn das letzte mal...?"Das ging ihn im Grunde nichts an, weshalb ich es abwies:
"Wir haben uns lange nicht gesehen, weil mein Vater sehr krank war. - Mein Vater ist gestorben."
Danach wollte ich gehen, was ich ihm auch sagte. Ich ging vom Schrank, wo ich gestanden hatte zu meiner Tasche, die auf den Boden stand.
Während ich danach griff und mich nach einer Akte bückte, packte er mich von hinten mit beiden Armen...
Nach über 3 Jahren und wiederholenden Anhörungen durch die Justizbehörden, ist es so als würde ich in dieser Zeit, diese Vergewaltigung - immer wieder erleben. Erinnerungen, die nach dem Schock vergessen und verdrängt waren, dringen wieder unwillkürlich in mein Bewusstsein...Sie nehmen mir alles was ich mir in den Jahren nach seiner Tat mit zäher Arbeit an mir selbst zurückholen mußte. Manchmal habe ich das Gefühl nicht mehr atmen zu können, mich selbst in meinen Träumen das Geschehene quält.
Das Entsetzliche daran ist, dass bei jeder gerichtlichen Anhörung der Täter geschützt wurde. Im Zweifel für den Angeklagten. Letzten Endes wurde ich als Schuldige dargestellt und behandelt. Entscheidende Zeugenaussagen, die den Täter entlarvten, die Glaubwürdigkeit der Vergewaltigung unterstrichen, wurden weder bei der gerichtlichen Protokollierung, noch bei der gerichtlichen Entscheidung beachtet.
Nicht einmal im schriftlichen Urteil wiedergegeben. Sie wurden einfach ignoriert oder gegen mich verwendet.
Ich frage mich immer wieder - wie es möglich ist, dass in unserer so modernen,
So "fortschrittlichen" Gesellschaft des 21. Jahrhunderts dermaßen gewaltbereite und frauenverachtende Täter ungestraft bleiben können.
"Einer geschädigten Person dürfen keine Nachteile entstehen.."Sagt der Text einer PDF - Datei Titel: "Was tun", die ich bei meinen Recherchen für eine Revision fand. Vor einigen Tagen im Internet. Erstmals habe ich Informationen zum richtigen Handeln, viel zu spät. Denn inzwischen wurde Revision eingelegt - gegen das Urteil des Landesgerichts bei dem der Täter freigesprochen wurde. Die Revision muß begründet werden.
Ich habe seid der Tat, durch Schock und Trauma, zeitweise Gehörverlust. Dieser tritt besonders bei Konfrontation mit den traumatischen Erinnerungen auf.
Insbesondere im Gerichtsaal, zum Teil mitten in der Anhörung, verlor ich mein Gehör.
Man nahm mich nicht ernst, obwohl ich dies mitteilte.
Was kann ich tun?
